Ege macht die Welt besser als MINT-Mentor in Jugendzentren

Ege (20) beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit IT und kennt sich gut mit Kameras und Filmen aus. Sein Wissen gibt er in Workshops und in Form von Video-Tutorials an Jugendliche weiter.

Hi Ege, bitte stelle dich und dein MINT-Projekt kurz vor.

Ich bin der Ege, bin 20 Jahre alt und mache für das MINT-Pilot-Projekt von akzente Workshops zu IT, Robotik und 3D Druck. Ich bin sehr IT begeistert und habe daher sofort zugesagt, als Robert Miksch von akzente mich gefragt hat.

Worum geht es bei dem Projekt genau?

Zum einen beschäftige ich mich mit Robotik und mache dazu Workshops in den MINT-Pilot-Zentren: Mir wurde von akzente ein Lego-Roboter zugeschickt und ich durfte diesen selber basteln und programmieren, das hat irrsinnig viel Spaß gemacht. Im JUZ habe ich dann ein Spiel vorgestellt: Der Roboter hat drei Cups (= Becher). Unter einem wird ein Ball versteckt. Der Roboter mischt dann das Ganze durch und man muss erraten, wo der Ball ist. Das hab ich den Jugendlichen vorgezeigt und viele waren begeistert. 3D-Druck und weitere Roboter mit verschiedenen Sensoren kommen dann im nächsten Workshop dran. Z.B. mit einem Farbsensor: Der Roboter scannt den Boden ab und wenn er eine Farbe erkennt, macht er etwas. Dann gibt es noch den Sensor, der einer bestimmten Linie folgt. Oder den Berührungssensor, der ist auch interessant, da kann der Roboter dann bestimmte Hindernisse überwinden oder diesen ausweichen.

Was war die größte Schwierigkeit dabei?

Das waren die Zahnräder: Man muss einen bestimmten Punkt erwischen, um das letzte Rad einzusetzen. Erwischt man den nicht, dann geht der Roboterarm nicht auf, um den Becher aufzuheben. Das hat mich locker eine Stunde gekostet, um nur den einen Punkt zu erwischen. Sonst beim Programmieren, da gibt’s die meisten Fehler.

Aus welchem Fehler hast du am meisten gelernt?

Man muss aus der Sicht vom Roboter denken. Für uns Menschen ist vieles logisch, wir schlussfolgern, weil wir es schon kennen und der Roboter natürlich nicht und dann muss man wirklich jede einzelne Bewegung rausfischen und einprogrammieren. Das war meine Schwierigkeit am Anfang, weil im Webdesign, da programmiert man nicht viel und bei dem Roboter hat es dann schon lange gedauert.

 

 

 

Auf der Website von akzente Salzburg erfahrt ihr mehr über die MINT-Pilot-Zentren

Ich lese mich gerne ein, aber nur so viel, dass ich mich auskenne – und dann will ich es sofort ausprobieren und selbst versuchen.

Mein zweites MINT-Projekt ist ein Video für Jugendliche zum Bauen und Programmieren des Roboters: Ich will es so aufbauen, dass man alle Materialien sieht, die man benützt. Die sind schon recht klein und man muss präzise sein. Und dann will ich das Programmieren vertiefen, weil das ist das Spannende eigentlich. Es soll eine Art Tutorial werden. Das soll es dann auch zu den anderen Themen geben: Z.B. zum Zeichenprogramm des 3D-Druckers. Das ist sehr komplex, da ist ein Video sicher hilfreich. Das Video soll auf jeden Fall bei den Workshops in den Jugendzentren gezeigt werden – und wahrscheinlich auch auf YouTube. Mit Video und YouTube kenne ich mich gut aus – früher habe ich Comedy gemacht, jetzt bewege ich mich in Richtung Kurzfilm.

Persönlich hole ich mir den meisten Input durch das Lesen von Beiträgen, z.B. in Foren. Bei Videos erfährt man nicht immer alles – und ich muss alles wissen, darum lese ich gerne. Aber Videos sind eine gute Lösung für alle, denen Lesen nicht so liegt und die sich lieber ein kurzes Tutorial ansehen und dann loslegen – dafür mache ich die Videos.

Hat dich jemand beim Entwicklungsprozess unterstützt?

Ich hab mir vieles selbst beigebracht – ich mag es nicht so gern, wenn jemand versucht, mir etwas beizubringen oder wenn ich einem starren Lehrplan folgen muss. Lieber vertiefe ich mich selbst genau in die Richtung, die mich interessiert. Darum bringe ich mir vieles lieber selbst bei. Das ist für mich angenehmer, aber man muss Disziplin haben, um das durchzuziehen.

 

Wie lange beschäftigst du dich schon mit dem Thema IT und Robotik?

Ich bin in die Technische Hauptschule gegangen und habe da ein bisschen Webdesign gemacht, aber nur die Basics, ein wenig HTML. Ein paar Jahre später habe ich einen PC zusammengebaut mit allen Komponenten. Da war ich ca. 14. Durch dieses Zusammenbauen habe ich so richtig meine Leidenschaft gefunden – da wurde das Interesse geweckt, das in mir geschlummert hat. Mittlerweile bin ich Hobby-Fotograf und mache Kurzfilme. Webdesign mache ich nur, wenn mich Freunde darauf ansprechen.

Willst du das auch beruflich machen?

Ich würde sehr gerne eine Lehre als Softwareentwickler machen. Oder ich hole meine Matura nach und geh studieren. Was genau, das weiß ich noch nicht. Da muss ich mich noch schlau machen – aber irgendwas mit Programmieren sollte es zu tun haben. Ich bin ein logischer Denker, auch im Alltag denke ich gerne voraus.

 

Mich fasziniert am Programmieren, dass man so präzise sein muss – und dass man sofort ein Ergebnis hat. Wenn man etwas geschafft hat, dann hat man sofort ein Erfolgserlebnis.

Was machst du, wenn dir mal die Ideen ausgehen?

Das kommt immer drauf an. Ich hab Phasen, da muss ich alles zur Seite legen und mal was anderes machen. Im Allgemeinen, wenn es mal wirklich nicht voran geht, dann such ich nach Hilfe oder geh spazieren und schalt ab. Oder ich frage meinen besten Freund, mit dem ich früher gearbeitet habe – wir waren beide immer „IT-Füchse“.

 

Was würdest du anderen raten, die sich auch für MINT interessieren?

Auf jeden Fall eine Schule aussuchen, die diesen Bereich unterstützt – wenn man schon die Richtung weiß, für die man sich interessiert, dann sollte man sich mit der Schule oder der Ausbildung dahin bewegen. Das war bei mir leider zu dem Zeitpunkt noch nicht so. Und ich finde auch wichtig, dass man sich in der Freizeit damit beschäftigt – dafür könnte man z.B. bei einem Workshop in einem MINT-Pilot-Center mitmachen.

(Alle aktuellen Veranstaltungen findet ihr im MINT-Veranstaltungskalender.)

Danke an Ege für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

 

Roboter
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