KI im Unterricht: Wie ADA individuelles Lernen unterstützt
Beim letzten Netzwerktreffen von MINT Salzburg war Cilia Rücker zu Gast. Die Forscherin von der Universität zu Köln war im März 2026 als Scientist in Residence der Stadt Salzburg vor Ort und stellte am 26. März ihre Arbeit vor. In ihrem Vortrag gab sie Einblicke in die Verbindung von Künstlicher Intelligenz, Bildung und Geschlechtergerechtigkeit. Im Mittelpunkt stand ihr Projekt ADA MINToring – eine KI-gestützte Lernassistentin für den Unterricht.
Künstliche Intelligenz kann in vielen Bereichen des Schulalltags unterstützen: beim Üben, bei der Organisation, bei Rückmeldungen oder beim individuellen Lernen. Gerade in großen Klassen kann sie helfen, besser auf einzelne Bedürfnisse einzugehen. Ein Beispiel dafür sind KI-Chatbots als Lernassistent:innen. Sie können Inhalte erklären, Aufgaben begleiten oder zusätzliche Übungen anbieten – angepasst an das Vorwissen der Schüler:innen. Dabei geht es nicht darum, Lösungen vorzugeben, sondern beim Verstehen zu unterstützen.
Personalisierte Lernbegleitung mit ADA
Im Projekt ADA MINToring arbeitet Cilia an genauso einer Anwendung. Der Chatbot „ADA“ unterstützt Schüler:innen im MINT-Unterricht, etwa beim Rechnen oder beim Verstehen naturwissenschaftlicher Zusammenhänge – Schritt für Schritt und angepasst an das individuelle Lernniveau. Technisch basiert ADA auf einem speziell konfigurierten KI-System, das gezielt für den Einsatz im Unterricht entwickelt wurde. Lehrpersonen können Lernmaterialien hochladen, sodass der Chatbot mit passenden Inhalten arbeitet und diese verständlich aufbereitet. Zum Beispiel wenn sich Schüler:innen beim Bruchrechnen schwertun, kann die Lehrperson den Chatbot mit entsprechenden Lernmaterialien füttern, damit es verständlich erklärt wird.
Lernassistentin und Rollenmodell zugleich
Das Besondere: ADA ist nicht nur ein Lernwerkzeug, sondern auch eine Identifikationsfigur. Der Chatbot orientiert sich an der historischen Persönlichkeit Ada Lovelace, die als eine der ersten Programmiererinnen gilt. So erhalten Schüler:innen neben fachlichen Erklärungen auch Einblicke in die Lebensrealität von Frauen im 19. Jahrhundert. ADA erzählt etwa, dass sie als Frau keine Universität besuchen durfte oder dass sie sich in ihrer Freizeit mit der mathematischen Analyse von Musik beschäftigte. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass der Chatbot gendersensibel formuliert und keine Rollenklischees verstärkt.
Erste Ergebnisse aus der Forschung
Eine erste Studie mit 195 Schüler:innen zeigt: Der Einsatz der Lernassistentin wirkt sich positiv auf das Lernerleben und die Lernleistung aus. Gleichzeitig kann das Projekt dazu beitragen, Geschlechterstereotype abzubauen und insbesondere Mädchen zu stärken.
Austausch im Netzwerk
Im Anschluss an den Vortrag wurde intensiv diskutiert: über Einsatzmöglichkeiten von KI im Unterricht, über Chancen und Grenzen sowie über Fragen der Gestaltung und Verantwortung. Für uns im Netzwerk war der Vortrag ein spannender Einblick in aktuelle Forschung und ein gutes Beispiel dafür, wie neue Technologien sinnvoll in Bildungsprozesse eingebunden werden können.